Nach meinem Studium habe ich mir endlich einen großen Traum erfüllt und bin nach Mexiko gereist. Die Reaktionen darauf waren allerdings erstaunlich oft dieselben:
„Ist das nicht total gefährlich?“\ „Hast du keine Angst?“\ „Pass bloß auf dich auf!“
Für viele Menschen scheint Mexiko vor allem mit einem Thema verbunden zu sein: Kriminalität und Drogenkartelle. Und ehrlich gesagt kann ich auch verstehen, woher dieses Bild kommt. Wer regelmäßig Nachrichten über Mexiko verfolgt, bekommt schnell den Eindruck, dass eine Reise dorthin extrem gefährlich sein muss.
Aber ist das wirklich so? Ist Mexiko tatsächlich so gefährlich für Touristen oder ist das Bild, das viele von dem Land haben, deutlich einseitiger?
Ich habe nicht nur mehrere Monate in Mexiko verbracht, sondern dort richtig gelebt und verschiedene Teile des Landes bereist. Besonders prägend war meine Zeit in Guadalajara im Bundesstaat Jalisco – der Heimatregion des Cártel Jalisco Nueva Generación (CJNG), das heute zu den mächtigsten und einflussreichsten kriminellen Organisationen Mexikos zählt.
Trotzdem habe ich Mexiko ganz anders erlebt, als viele Menschen vor meiner Reise erwartet hätten. In diesem Artikel teile ich meine persönlichen Erfahrungen und schaue gleichzeitig darauf, worauf Touristen bei einer Reise nach Mexiko wirklich achten sollten.
1. Warum ich mich in Mexiko als Ausländerin extrem willkommen gefühlt habe
Von allen Ländern, die ich bisher bereist habe, habe ich mich in Mexiko als Ausländerin mit Abstand am willkommensten gefühlt. Die Menschen sind extrem offen, freundlich und vor allem neugierig. Sie interessieren sich dafür, wo du herkommst, warum du Mexiko besuchst und wie dir ihr Land gefällt. Dadurch kommt man unglaublich schnell mit Einheimischen ins Gespräch und fühlt sich oft nicht einfach nur wie ein Tourist.
Außerdem sind Touristen für Mexiko sehr wichtig. In vielen touristischen Regionen merkt man, dass Besucher willkommen sind und Ausländer teilweise fast einen kleinen „Sonderstatus“ haben. Natürlich bedeutet das nicht, dass man überall automatisch bevorzugt behandelt wird und einem jegliche unangenehme Begegnung erspart bleibt, aber ich hatte oft das Gefühl, dass Menschen sich besonders freuen, wenn jemand von weit weg kommt und ihr Land kennenlernen möchte.
Meine persönliche Erfahrung war deshalb ganz klar: Ich habe mich in Mexiko nie ungewollt oder ausgeschlossen gefühlt.
2. Meine Erfahrung als Frau allein in Mexiko
Gerade als Frau war Mexiko für mich eine überraschend positive Erfahrung. Denn leider kennen wir auch aus Deutschland Situationen, in denen Frauen respektlos behandelt oder allein aufgrund ihres Geschlechts anders angesehen werden. In Mexiko habe ich persönlich eher das Gegenteil erlebt.
Ich habe mich dort oft besonders umsorgt gefühlt. Aufgrund der strengen Erziehung vieler Mexikaner, werden Frauen meiner Erfahrung nach sehr fürsorglich behandelt: Mir wurde häufig die Autotür aufgehalten und wenn ich mit Einheimischen unterwegs war wurde ich niemals alleine gelassen oder musste alleine nach Hause. Teilweise habe ich mich dadurch sogar besser umsorgt und sicherer gefühlt als in Deutschland.
Was man allerdings wissen sollte: Als weiße Frau, besonders mit blonden Haaren oder hellen Augen, wird man in Mexiko häufiger angeschaut und angesprochen. Bei mir war das jedoch immer eine Art Bewunderung; ich wurde manchmal sogar „Engel“ genannt. Unangenehm oder aufdringlich wurde es für mich nie. Ich wurde nie angefasst und wenn ich kein Interesse zeigte, passierte auch nichts weiter.
Mexikaner haben oft keine große Scheu, Komplimente offen auszusprechen. Als blonde oder hellhäutige Frau werdet ihr also vermutlich häufiger hören, dass ihr „extrem schön“ seid.
3. Sind Touristen in Mexiko besonders gefährdet?
Die kurze Antwort lautet: Meiner Erfahrung nach nein, zumindest nicht, wenn man mit einem gesunden Menschenverstand in das Land reist und sich nicht unbedingt in Regionen bewegt, die politisch als sehr schwierig angesehen werden.
Wie bereits erwähnt sind Touristen für das Land und viele Regionen wirtschaftlich extrem wichtig. Außerdem sind Reisende in der Regel nicht das Ziel der organisierten Kriminalität. Die Menschen, die besonders unter der Gewalt und Kriminalität im Land leiden, sind leider häufig die Mexikaner selbst. Das soll man auch nicht schönreden: Die Sicherheitslage ist in vielen Teilen des Landes ein ernstes Problem.
Als Tourist erlebt man Mexiko jedoch oft ganz anders. In touristischen Regionen gibt es spezielle Anlaufstellen und teilweise sogar auf Touristen spezialisierte Behörden. Auch die deutsche Botschaft kann deutschen Staatsangehörigen im Notfall konsularisch unterstützen.
Ich persönlich würde eine Reise nach Mexiko mit einem ähnlichen Gefühl angehen als eine Reise in eine europäische Großstadt: Man sollte auf seine Wertsachen achten, nachts nicht alleine durch unbekannte oder einsame Gegenden laufen und sich vorher informieren, welche Stadtteile man besser meiden sollte. Wer diese grundlegenden Regeln beachtet und seine Route sinnvoll plant, muss meiner Erfahrung nach keine Angst haben, nach Mexiko zu reisen.
4. Muss man als Tourist Angst vor Kartellen haben?
Hier möchte ich kurz ein Mythos beseitigen: Nein, wenn ihr nach Mexiko reist, stehen nicht an jeder Ecke bewaffnete Kartellmitglieder.
Durch die Medien sind die Kartelle in unserem Bild von Mexiko extrem präsent; und natürlich sind sie ein reales Problem des Landes. Das bedeutet aber nicht, dass man ihnen als Tourist ständig begegnet oder sie Teil des alltäglichen Lebens in den touristischen Regionen sind. Menschen, die tatsächlich in kriminelle Aktivitäten verwickelt sind, halten sich nicht einfach mitten auf touristischen Straßen auf. Außerdem spielen sich viele Konflikte und Aktivitäten in sehr spezifischen Gebieten ab, in die man als Tourist normalerweise gar nicht zufällig gerät.
Und vor allem: Die Kartelle haben in der Regel kein Interesse daran, gezielt Verbrechen an Touristen zu begehen. Das würde ihnen vor allem zusätzliche Aufmerksamkeit, Ermittlungen und Probleme bringen. Deshalb würde ich sagen: In 99 Prozent der Fälle müsst ihr euch als Touristen darüber wirklich keine Gedanken machen.
5. Wovor sollte man sich als Tourist tatsächlich schützen?
Wenn es eine Sache gibt, bei der ich in Mexiko wirklich etwas vorsichtiger wäre, dann ist es Diebstahl. Gerade Taschendiebstahl und kleinere Gelegenheitsdiebstähle können vorkommen, vor allem in vollen öffentlichen Verkehrsmitteln oder an belebten Orten.
Ich habe den Eindruck, dass dabei oft einfach Gelegenheiten ausgenutzt werden: eine offene oder leicht zugängliche Tasche, ein Handy, das sehr locker in der Hand gehalten wird, oder Wertsachen, auf die man nicht besonders achtet. Auch Handys, die einem beispielsweise von einem vorbeifahrenden Motorradfahrer aus der Hand gerissen werden, können vorkommen.
Deshalb gilt eigentlich das Gleiche wie in vielen europäischen Großstädten: Achtet auf eure Wertsachen, tragt Taschen möglichst geschlossen und körpernah und lasst euer Handy nicht unnötig offen oder locker in der Hand. Auch auf offensichtlich teuren Schmuck oder sehr auffällige Wertsachen würde ich verzichten.
6. Welche Orte in Mexiko ich persönlich als besonders sicher erlebt habe
Ich bin während meiner Zeit in Mexiko viel herumgereist und habe dabei natürlich versucht, besonders gefährliche Viertel und Regionen so gut es geht zu meiden; mehr dazu im nächsten Abschnitt.
Von allen Orten, die ich besucht habe, habe ich mich in Puerto Escondido, Mérida, La Paz und Sayulita besonders sicher gefühlt. Das sind die Orte, an denen ich wirklich nahezu ohne Bedenken unterwegs war – und gleichzeitig alles wunderschöne und absolut sehenswerte Reiseziele.
Auch Oaxaca de Juárez, Aguascalientes und Monterrey habe ich persönlich als relativ bis sehr sicher erlebt.
Natürlich beziehen sich diese Einschätzungen ausschließlich auf meine eigenen Erfahrungen und meine Gesamterfahrung in den jeweiligen Städten. Die Sicherheitslage kann sich verändern und je nach Stadtteil unterschiedlich sein, wie auch in Abschnitt 8 beschrieben.
Übrigens, solltest du eine Reise nach Mexiko planen und Fragen zu bestimmten Reisezielen haben oder detailliertere Erfahrungen von mir hören möchtest, schreib mir gerne direkt auf WhatsApp, ich helfe dir gerne bei deiner Reiseplanung!
7. Orte mit schwierigerer Sicherheitslage
Natürlich gibt es in Mexiko auch Regionen, in denen die Sicherheitslage deutlich schwieriger ist. Nach aktuellem Stand des Auswärtigen Amts (September 2026) wird unter anderem von Reisen in große Teile von Colima, Guerrero, Michoacán, Sinaloa, Tamaulipas und Zacatecas dringend abgeraten.
Besonders angespannt ist aktuell die Sicherheitslage in Culiacán im Bundesstaat Sinaloa, wo es immer wieder zu Gewalt und Auseinandersetzungen zwischen kriminellen Gruppen und Sicherheitskräften kommt.
Obwohl Michoacán auf der Liste des Auswärtigen Amts steht, habe ich den Bundesstaat persönlich nicht als besonders gefährlich erlebt. Ich war allerdings während des Día de los Muertos dort, einer Zeit, in der viele Menschen in Michoacán unterwegs sind und in vielen Orten große Feierlichkeiten stattfinden. Das kann meine persönliche Wahrnehmung natürlich beeinflusst haben.
Etwas negativer erlebt habe ich dagegen kleinere Orte in Chiapas. Dabei ist Chiapas gleichzeitig einer der Bundesstaaten mit der schönsten Natur, die ich in Mexiko gesehen habe. In einigen kleineren Dörfern habe ich mich persönlich jedoch öfter unwohl gefühlt.
Ansonsten habe ich selbst kaum negative Erfahrungen gemacht und viele Dinge nur durch Geschichten anderer mitbekommen. Aus Puebla und Mexiko-Stadt habe ich beispielsweise von Problemen im Zusammenhang mit Alkoholkonsum auf der Straße, Auseinandersetzungen mit der Polizei und Diebstählen in öffentlichen Verkehrsmitteln gehört. Gerade weil es sich um große Städte handelt, würde ich dort – wie in jeder anderen Großstadt – einfach etwas aufmerksamer sein.
8. Große Städte: Nicht die ganze Stadt ist gleich
Gerade in großen Städten wie Mexiko-Stadt, Guadalajara oder Puebla ist es wichtig zu wissen: Nicht die ganze Stadt ist gleich sicher.Die Unterschiede zwischen einzelnen Vierteln können extrem sein. In manchen Gegenden laufen Menschen nachts problemlos alleine herum, während direkt angrenzende Stadtteile selbst tagsüber einen schlechteren Ruf haben.
Für Touristen gibt es jedoch in allen großen Städten Viertel, die sehr gut geeignet und vergleichsweise sicher sind. In Mexiko-Stadt halten sich viele Touristen beispielsweise in Roma oder Condesa auf. Ich selbst war ebenfalls dort untergebracht und habe sehr positive Erfahrungen gemacht.
Die Stadtteile, die man besser meiden sollte, sind in der Regel bekannt und lassen sich vor der Reise leicht recherchieren. Deshalb würde ich euch empfehlen, euch vorher kurz zu informieren und bei der Wahl eurer Unterkunft darauf zu achten.
Auch das Zentrum großer Städte ist meist voller Menschen und für Touristen daher oft unbedenklich. Wie überall gilt aber: Ein kurzer Blick auf die Sicherheitslage der einzelnen Viertel kann einen großen Unterschied machen.
9. Wie ist es nachts in Mexiko?
In den Orten, die ich persönlich als besonders sicher erlebt habe, habe ich auch nachts keine große Veränderung der Sicherheitslage festgestellt und bin dort teilweise alleine unterwegs gewesen. Ich war zu diesem Zeitpunkt allerdings auch schon sehr vertraut mit Mexiko und wusste besser einzuschätzen, wo ich mich wohlfühlen kann.
Generell würde ich sagen, dass nachts natürlich etwas mehr Vorsicht geboten ist. Gerade in sehr ruhigen oder abgelegenen Gegenden kann es leichter passieren, dass Kriminelle eine Gelegenheit sehen.
In belebten Vierteln kann man meiner Erfahrung nach aber auch nachts noch problemlos unterwegs sein – selbst in Städten wie Guadalajara oder Mexiko-Stadt. Solange es sich um kurze Strecken handelt und ihr euch in einer belebten Umgebung bewegt, habe ich persönlich damit gute Erfahrungen gemacht.
Bei längeren Strecken oder wenn ihr nachts nach Hause müsst, würde ich euch trotzdem empfehlen, einfach ein Uber oder DiDi zu bestellen. DiDi funktioniert ähnlich wie Uber und ist in vielen Teilen Lateinamerikas verbreitet. Vor dem Einsteigen solltet ihr aber immer das Kennzeichen und das Automodell mit den Angaben in der App vergleichen, um jegliche Risiken zu vermeiden.
10. Meine 3 wichtigsten Sicherheitstipps für Mexiko
1. Gib Dieben gar nicht erst die Gelegenheit
Der wichtigste Tipp ist für mich: Mach es potenziellen Dieben so schwer wie möglich. Trag am besten eine Umhängetasche quer über dem Körper, sodass der Taschenteil vorne sitzt. So kann sie dir nicht einfach weggerissen oder unbemerkt geöffnet werden.
Dein Handy solltest du nicht lose in der Hand halten, sondern nur herausholen, wenn du es wirklich brauchst. An sehr vollen Orten kann auch eine Handykordel sinnvoll sein. Außerdem würde ich auffällig teuren Schmuck oder andere sichtbare Luxusgegenstände vermeiden, damit du gar nicht erst den Eindruck vermittelst, dass bei dir etwas besonders Wertvolles zu holen ist.
Und keine Sorge: In Mexiko gibt es wunderschönen Schmuck für wenig Geld – damit kannst du dich super ausstatten und siehst direkt ein bisschen mehr wie ein Local aus.
2. Vorsicht mit Alkohol auf der Straße
Viele Situationen, von denen ich gehört habe, standen in Verbindung mit Alkoholkonsum auf der Straße. Deshalb solltet ihr gerade als Touristen wissen: Alkoholkonsum auf der Straße ist in Mexiko verboten und kann streng kontrolliert werden.
Touristen, die das nicht wissen, werden regelmäßig von der Polizei angehalten. Je nach Situation können Geldstrafen oder weitere Konsequenzen drohen. Dabei lässt sich das Ganze sehr einfach vermeiden: Trinkt lieber in eurer Unterkunft, in Bars oder Restaurants.
Und keine Sorge: Alkohol ist in Mexiko meist nicht besonders teuer und es gibt häufig gute Drink-Specials.
3. Uber und DiDi nutzen – aber immer genau hinschauen
Uber war in Mexiko wirklich mein bester Freund. Trotzdem habe ich auch einige echte Horrorgeschichten gehört.
Es kann vorkommen, dass jemand bemerkt, dass ihr offensichtlich auf ein Uber wartet, neben euch anhält und fragt: „Habt ihr ein Uber bestellt?“ Viele denken dann: „Perfekt, das ist bestimmt meines“ – und steigen ein. Genau das solltet ihr niemals tun.
Checkt immer das Kennzeichen und das Automodell mit den Angaben in der App. Bevor ihr einsteigt, könnt ihr zusätzlich darauf achten, ob der Fahrer die Uber- oder DiDi-App geöffnet hat. Ihr könnt auch nach dem Namen des Fahrers fragen.
Aber das Kennzeichen ist für mich der wichtigste Check: Steigt niemals einfach in ein fremdes Auto, nur weil jemand behauptet, euer Uber zu sein.
Mit diesen drei Tipps könnt ihr meiner Erfahrung nach viele der häufigsten Situationen vermeiden, in denen Touristen Opfer eines Diebstahls oder einer gefährlichen Situation werden könnten.
Fazit: Ist Mexiko also gefährlich für Touristen?
Nach allem, was ich während meiner sieben Monate in Mexiko und auf meinen zahlreichen Reisen durch das Land erlebt habe, lautet meine persönliche Antwort ganz klar: Nein, Mexiko ist nicht grundsätzlich gefährlich für Touristen. Natürlich gibt es Regionen und Stadtteile, die man meiden sollte, und die Sicherheitsprobleme des Landes sollte man nicht schönreden. Gleichzeitig ist Mexiko ein riesiges Land, in dem die Sicherheitslage je nach Bundesstaat, Stadt und sogar Viertel stark unterschiedlich sein kann.
Wer sich vor der Reise ein wenig informiert, auf seine Wertsachen achtet, nachts bei längeren Strecken Uber oder DiDi nutzt und einige grundlegende Regeln beachtet, kann Mexiko meiner Erfahrung nach genauso entspannt bereisen wie viele andere Länder auch. Ich habe mich dort nicht nur sicher, sondern vor allem unglaublich willkommen gefühlt – und Mexiko gehört bis heute zu den gastfreundlichsten Ländern, die ich je bereist habe.
Wenn du selbst eine Reise nach Mexiko planst und Fragen zu bestimmten Orten, Reiserouten oder meiner persönlichen Erfahrung hast, kannst du mir jederzeit gerne auf WhatsApp schreiben.
Ich helfe dir gerne bei der Reiseplanung, teile meine Erfahrungen, schicke dir Inspirationen und Bilder oder stelle dir eine individuelle Reiseroute zusammen. Mexiko hat so viel zu bieten, und ich hoffe, dass ich mit diesem Artikel vielleicht den einen oder anderen dazu inspirieren konnte, sich selbst ein Bild davon zu machen.
